2026-05-07T00:00:00+02:00
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Liebe Weggefährten im Glauben,
liebe „Spurensucher“,
sehr geehrte Damen und Herren,

am Montag, 12. März, 19:30 Uhr lädt die Kirchengemeinde St. Nikolaus ins Kath. Gemeindezentrum in Ellwangen-Pfahlheim (Kastellstr. 8) zu einem Vortrag ein. Bereits zum vierten Mal findet ein solcher Glaubensabend in Pfahlheim statt. Nach der ignatianischen Handschrift des Papstes (2015), den Themen „Philipp Jeningen und die Glaubenskrise heute“ (2016) sowie „Geborgenheit in Gott, Gelassenheit im Leben“ (2017) geht es dieses Jahr um das Thema: „Löst sich der Glaube auf? Zerstört sich das Christentum selbst?“ Ich freue mich sehr, Ihnen und Euch einige Impulse und Anregungen geben zu dürfen. Vielleicht haben Sie/habt ihr schon über Presse und Plakate oder über persönliche Post von mir davon erfahren. So oder so: Ein herzliches Willkommen!

Der Einstieg in den Abend erfolgt ganz lebensweltlich: Mein Schuh löst sich auf, der Zucker im Kaffee, ein Mensch ist ganz aufgelöst, etwas löst sich in Luft auf usw. Diese Vergleiche können aktuelle kirchliche Auflösungserscheinungen verdeutlichen, etwa mangelnde Pflege der Sonntagskultur, fehlendes Gespür für die Geheimnisdimension des Glaubens bei gleichzeitiger Dauerhinterfragung zentraler Glaubensinhalte, die Ausblendung der Wirklichkeit des Kreuzes sowie ein weitgehender Ausfall von Katechese und Glaubensvertiefung, statt dessen viel Energie für kirchliche Bürokratie und Strukturen.

Ein verhärteter, verkrusteter und unbeweglicher Glaube klebt bisweilen am Wortlaut von Glaubenssätzen und lässt diese nicht lebendig werden. Deshalb ist es gut, die tröstende Innerlichkeit des Glaubens neu zu erleben, anstatt an Äußerlichkeiten zu hängen, sowie die Hingabe konkret im Alltag zu leben, indem man die gewöhnlichen Dinge mit außergewöhnlicher Hingabe tut. Es geht letztlich darum, sich in die Lebensbewegung des dreifaltigen Gottes hinein nehmen zu lassen. So werde ich einen dreiarmigen Fingerkreisel mitbringen, wie ihn momentan viele Kinder verwenden. Wichtig scheint mir überhaupt, dass wir den Glauben nicht nur im Geiste, als „Kopf-Kino“ zu betreiben, sondern leiblich zu spüren, etwa beim Pilgern, in Gebetshaltungen beim Körpergebet, in der konkreten Gemeinschaft, beim Singen mit Leib und Seele: Leibfreundlich glauben!

„Auflösung“ hat auch einen positiven Aspekt. Denn im Glauben liegt der Drang sich ganz hinzugeben, und Gott gibt sich ganz in die Welt hinein, „entleert sich“, wie Paulus sagt. Dabei geht es nicht nur um „den“ Glauben, sondern um den je persönlichen. Wo löst sich mein Glaube auf, weil ich mir etwa zu wenig Zeit zu seiner Pflege nehme? Gott sorgt für uns. Und er lässt uns mitsorgen. Dies dürfen wir gelassen, freudig und voller Hingabe tun. Wir dürfen eine übertriebene Besorgnis abstreifen und uns lieber ganz der ständigen Sorge um eine lebendige Glaubenskultur widmen.

Alles Gute

Wolfgang Steffel

Für immer gültig:

Römer 8,28 - also genießen Sie Ihren Tag!
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