Maiandacht der Seelsorgeeinheit am 6. Mai 2018

Am Ende dieses warmen und sonnigen Frühlingstages versammelten sich die fünf Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit Kapfenburg zu einer feierlichen Maiandacht in der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in Lauchheim und einer anschließender Prozession zur Mariengrotte.

Nach dem Eingangslied „Gruß dir, Mutter“ (Frauenschola) betonte Dekan Dr. Sven van Meegen in seiner Begrüßung, dass er sich von ganzem Herzen freue, dieser feierlichen Maiandacht vorstehen zu dürfen. Er treffe hier in Lauchheim zum einem seinen Kurskollegen Pfarrer Matthias Reiner, gemeinsam mit ihm wurde er vor 13 Jahren zum Priester geweiht, und zum anderen Pfarrer Josef Höfler, den Heimatpfarrer seiner Jugendjahre in Gaishardt, wieder.

Pfarrer Reiner dankte Dekan van Meegen für seine Bereitschaft der feierlichen Maiandacht der Seelsorgeeinheit vorzustehen, denn neben seinen Ämtern als Dekan des Dekanats Heidenheim und Professor für Sozialethik und Sozialphilosphie an der Fakultät für Sozialwesen der Dualen Hochschule Heidenheim, sei er auch noch Dekan dieser Fakultät und Gemeindepfarrer. Pfarrer Reiner hob hervor, dass die Prozession zur Grotte die Hinführung zu Maria, der Mutter Gottes, sei.

Das weiße Band der Versöhnung stellte Dekan van Meegen in den Mittelpunkt seiner Predigt. Er bezog sich dabei auf die Geschichte eines jungen Mannes. Dieser saß eine längere Zeit in einem Gefängnis wegen einer Straftat, deren er sich nun schämte, ein. Kurz vor dem Ende seiner Haft schrieb er in einem Brief an seine Familie, sie solle am Tag seiner Entlassung, an der Bahnstrecke seines Heimwegs, an einem bestimmten Baum ein weißes Band befestigen, wenn er bei ihnen zuhause wieder willkommen sei, ansonsten würde er auf ein Nimmerwiedersehen weiterfahren. Der angesprochene Baum war über und über mit weißen Bändern geschmückt. Wir sollen in diese Maiandacht unsere Lebensgeschichte mitbringen, um auf unserem Pilgerweg, von Station zu Station, Gott zu begegnen. Das Ziel von uns Christen ist das ewige Leben, aber ohne Versöhnung und Umkehr geht es nicht. Die Welt stellt uns viele Züge bereit, um immer wieder zu sagen, es tut mir leid. Der Heilige Geist ist das Kraftwerk für unsere Energie, der Bügel unserer Seele, der die Stromleitung berührt, ist das Gebet. Der Mai ist der Marienmonat, sie ist die Mittlerin, die vieles selber mitgemacht hat, und unsere Fürsprecherin; sie hält Ausschau für uns am Baum unseres Lebens.

Nach den Fürbitten an Maria, einem Gebet für die Seelsorgeeinheit von Pfarrer Adiele und dem Segen stellte sich die Gemeinde zur Lichterprozession vor der Kirche auf. Unter dem sternenklaren Himmel zogen die Mitfeiernden durch die Straße „Im Roten Feld“ mit Gesang und Gebet zur Grotte, die über und über mit brennenden Kerzen geschmückt war. Zusätzlich wurde sie durch die Feuerwehr mit Scheinwerfern bestrahlt. An der Grotte angekommen, wurde jenes Marienlied, das vor allem den Mai als ihren Monat bezeichnet, unter Mitwirkung der Bläsergruppe der Stadtkapelle Lauchheim, angestimmt: „Maria, Maienkönigin“. Es folgte das Weihegebet an Maria aus dem Jahr 1943, es wurde damals dem Nationalsozialismus entgegengesetzt, und das Segensgebet.

Mit dem Hinweis, dass wir uns alle bemühen sollten, das weiße Band der Versöhnung wehen zu lassen, bedankte sich Pfarrer Adiele beim Festgast, Dekan van Meegen, für dessen Predigt. Er sei froh, dass der Herr Dekan die Andacht geleitet und begleitet hat. In seinen Dank schloss Pfarrer Adiele alle ein: die, die dabei waren; die Ministranten; die, die Andacht vorbereitet hatten; des Kirchenchores aus Westhausen unter der Leitung von Maria Wolf und dem Kirchenchor aus Hülen unter Leitung von Kaspar Grimminger; die Frauenschola, unter der Leitung von Wolfgang Schellig; Maria Mühleis und allen Helfern die die Grotte so wunderschön geschmückt und all die Kerzen aufgestellt und angezündet hatten; die Bläsergruppe der Stadtkapelle Lauchheim; der Lauchheimer Feuerwehr, die den Verkehr überwacht und geleitet hatten.

2018-05-12T18:47:13+00:00

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